Materialien & die Sinne

Werkstoffnormen

Der Standard beginnt mit dem Beweis.

Ein Stoff muss mehr als nur optisch ansprechend sein. Er muss die richtige Deckkraft, Festigkeit, Drapierung, Elastizität, Pflegeleichtigkeit und den nötigen Komfort für das Stück aufweisen, das er werden soll. Die erste Berührung mag Aufmerksamkeit erregen, doch die Akzeptanz kommt später – nachdem der Stoff bewegt, gefaltet, gegen das Licht gehalten, mit Wärme behandelt und wieder in die Ruhe gebracht wurde.

Bei BREATHE basiert die Auswahl nicht allein auf Bewunderung.

Ein Material kann optisch anspruchsvoll und dennoch für den Zweck ungeeignet sein. Es mag sich weich anfühlen, aber keinen Körper haben. Es mag schön fallen, aber zu schnell die Form verlieren. Es mag auf angenehme Weise zart aussehen, dann aber im Gebrauch unpraktisch werden. Der Standard schützt das Stück vor diesen Kompromissen.

Der Stoff wird gebeten zu antworten

Ein Stoff wird nicht in seinem unberührten Zustand akzeptiert.

Er wird angehoben, um das Gewicht zu verstehen. Er wird losgelassen, um zu sehen, wie er fällt. Er wird gefaltet, um die Rücksprungkraft zu beurteilen. Er wird gegen Licht gehalten, um die Deckkraft zu prüfen. Er wird gedämpft, gewaschen oder bearbeitet, um zu beobachten, wie sich die Oberfläche verändert.

Jede Handlung offenbart eine andere Wahrheit.

Ein stabiler Stoff behält seine Würde nach Bewegung. Ein geeigneter Stoff wird nicht schwierig, wenn er getragen wird. Ein edler Stoff bleibt nach der Pflege ansprechend. Diese Eigenschaften sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar, aber sie entscheiden, ob das Material in die Welt von BREATHE eintreten kann.

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Der Zweck bestimmt das Maß

Kein Material wird isoliert beurteilt.

Das beabsichtigte Stück gibt dem Stoff sein Maß. Ein Gewand erfordert Bequemlichkeit, Bedeckung und ein Gefühl der Leichtigkeit um den Körper. Nachtwäsche erfordert Weichheit, die über viele Stunden hinweg sanft bleibt. Ein Sommerkleid braucht Luftigkeit, ohne durchsichtig zu werden. Eine Winterschicht braucht Wärme ohne unnötige Schwere. Ein Reisestück braucht Stoff, der sich falten, öffnen und mit Würde zurückkehren kann.

Der richtige Stoff ist nicht immer der schönste Stoff auf dem Tisch.

Es ist der, der zum Stück gehört, ohne es zu erzwingen. Das Gewicht muss der Form dienen. Die Textur muss die Stimmung unterstützen. Die Oberfläche muss bei Gebrauch halten. Das Material muss das fertige Stück sicherer, nicht komplizierter machen.

Die Ablehnungen zählen

Einige Stoffe werden frühzeitig aussortiert.

Ein Stoff kann bei Tageslicht zu durchsichtig sein. Zu steif nach dem Waschen. Zu empfindlich an der Naht. Zu schnell auf unschöne Weise knittrig. Zu schwer für Leichtigkeit. Zu kratzig auf der Haut. Zu dekorativ, um über den ersten Eindruck hinaus zu leben.

Diese Ablehnungen sind Teil des Standards.

Sie verhindern, dass die Kollektion von Neuheiten bestimmt wird. Sie halten die materielle Welt klar. Sie ermöglichen es, dass sich jeder ausgewählte Stoff notwendig anfühlt, weil alles Ablenkende, Instabile oder Ungeeignete bereits aussortiert wurde.

Die Oberfläche muss halten

Die Oberfläche ist eine der ersten Eigenschaften, die sich verändern.

Ein Stoff kann fusseln, flach werden, an Weichheit verlieren, matt werden, rau werden, sich zu sehr entspannen oder seine ursprüngliche Klarheit nach der Pflege verlieren. Eine gewisse Veränderung ist natürlich. Manche Veränderungen sind schön. Aber das Material darf die Qualität nicht verlieren, die es wählenswert gemacht hat.

Die Oberfläche wird im Laufe der Zeit beobachtet.

Nach dem Waschen. Nach dem Dämpfen. Nach dem Falten. Nach dem Sitzen. Nachdem er verpackt und wieder geöffnet wurde. Die Frage ist nicht, ob der Stoff unberührt bleibt. Die Frage ist, ob er würdig bleibt.

Gewicht, Deckung, Rückgabe

Drei Maße entscheiden oft über die endgültige Antwort.

Das Gewicht verleiht dem Stoff Präsenz. Die Deckung verleiht ihm Selbstvertrauen. Die Erholung zeigt, ob er sich von den alltäglichen Bewegungen des Lebens erholen kann. Wenn diese drei Eigenschaften übereinstimmen, beginnt sich das Material zuverlässig anzufühlen, ohne schwer oder überkonstruiert zu wirken.

Ein Stoff mit Schönheit, aber ohne Deckung kann das Stück schwächen.

Ein Stoff mit Gewicht, aber ohne Leichtigkeit kann das Stück belastend wirken lassen.

Ein Stoff mit Weichheit, aber ohne Erholung kann zu schnell seine Form verlieren.

Der Standard liegt in diesem Gleichgewicht.

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In das Stück aufgenommen

Die letzte Entscheidung ist ruhig, weil die vorangehende Arbeit präzise ist.

Bis ein Material angenommen wird, wurde es bereits durch Berührung, Licht, Bewegung, Sorgfalt und Zweckmäßigkeit hinterfragt. Es hat gezeigt, dass es das Stück tragen kann, bei Gebrauch bequem bleibt und seinen Charakter bewahrt, nachdem der erste Eindruck verflogen ist.

Erst dann wird es mehr als ein schöner Stoff.

Es wird der richtige Stoff.

„Ein Stoff hat seinen Platz verdient, wenn Schönheit, Komfort und Zweck über die erste Berührung hinaus zusammenbleiben.“ — Riya Gupta

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